Tagung 2014

4. Jahrestagung am 14. November 2014 in Linz, Redoutensälen

Gefangen im Netz - Geschützt im Nest?

Familie: Schutzfaktor gegen Sucht?

Die von der Plattform Elterngesundheit in Kooperation mit den Landeselternverbänden der Öffentlichen Pflichtschulen sowie der Mittleren und Höheren Schulen in OÖ veranstaltete Fachtagung für Eltern und Schulpartner zum Thema Sucht bei Kindern und Jugendlichen fand am 14. November 2014 in Linz in den Redoutensälen statt.

Das brandaktuelle Thema wurde am Vormittag  gemeinsam mit Mag. Christine Winkler-Kirchberger, Kinder- und Jugendanwältin des Landes OÖ und Mag. Peter Eberle vom Institut für Suchtprävention pro Mente OÖ für Schüler der 5. -10. Schulstufe in Form eines Theaterstückes „Fangnetz“, das kritische Situationen lebensnah aufbereitete, präsentiert und anschließend lebhaft diskutiert. 320 Kinder nahmen mit ihren Lehrkräften an dieser Veranstaltung teil und gerade bei der Diskussion war eine deutliche Betroffenheit der Jugendlichen spürbar. Den anschließend gereichten gesunden Erfrischungen mit Schulmilch, Obst und Fruchtcocktails der Barfuss-Cocktailbar sprachen alle lebhaft zu.

Um 13:00 begrüßte Mag. Doris Hummer, Landesrätin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Jugend, Frauen und Kinderbetreuung die cirka 170 Anwesenden und Ingrid Wallner, MBA, von der Plattform Elterngesundheit eröffnete mit Kurt Süss, Präsident des Landesverbandes der Elternvereine Öffentlicher Pflichtschulen OÖ die Tagung. Dr. Susanne Schmid von der Plattform Elterngesundheit moderierte.

Christoph Lagemann, Leiter des Instituts für Suchtprävention pro mente OÖ, sprach dann über „Schutz und Risiko Familie: „Was macht uns resistent gegen Süchte? Wie stärke ich mein Kind?“ Er betonte, nur sachlich korrekte Aufklärung der Jugendlichen wäre für sie glaubwürdig, Schutzfaktoren sollten von frühester Kindheit aufgebaut werden. Dem menschlichen Grundbedürfnis nach Nähe und Wärme, wie auch Freiheit und Wachstum müsse Raum gegeben werden. Der autoritative Erziehungsstil biete einen guten Rahmen und fördere ein hohes Selbstwertgefühl der Jugendlichen, das wieder vor der Verlockung schütze, sich durch süchtig machende Stoffe den „Wohlfühlkick“ zu holen. Da helfen eben Respekt, Anerkennung, Interesse und Wertschätzung im Umgang in der Familie. Je früher auch Erziehungsinformationen die Eltern erreichten, desto besser. Auf Anfrage antworte er dass er eine etwaige Cannabis Freigabe in der jetzigen Situation nicht unterstütze..

Zwischen den Vorträgen bot eine von Christian Selinger,Koordinator für Bewegte Schule OÖ und Direktor einer NMS in Wolfsegg  geleitete „Bewegungseinheit“ ganz physiologisch die Möglichkeit zur Auflockerung.

Über „Online- Spielsucht“ hielt Prim. Dr. Kurosch Yazdi, Leiter der Suchtabteilung der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg und Buchautor von „Junkies wie wir“ einen lebhaften Vortrag. Vor allem der schwer feststellbare Übergang von Alltagsverhalten zur Sucht bei den sogenannten Verhaltenssüchten, wie bei Glücksspiel, Onlinesucht, Kaufsucht, oder Arbeitssucht mache das Problem, sowie die zum Alltag gehörende Verfügbarkeit. Erst wenn zwanghaftes Konsumieren, Verlust des Kontrollverhaltens, Entzugserscheinungen, Vernachlässigung anderer Interessen und weitere Kriterien deutlich werden, werde es als Sucht wahr genommen. Die hormonellen Veränderungen im Gehirn seien dadurch  aber massiv, wie Studien belegen. Online Computerspiele wie auch Sozial Media haben gerade für Jugendliche bei ihrer Identitätssuche in der Pubertät einen hohen Stellenwert und ebensoviel Suchtpotential. Schutz biete eine sichere zwischenmenschliche Beziehung, Freude an Bewegung; medikamentöse Behandlung helfe nur kurzfristig, substituierend zusammen mit Verhaltenstherapie, wichtig sei es mit den Jugendlichen im Gespräch zu bleiben, die eigene Sorge zeigen und Hilfsangebot wahrnehmen.

Nach einer Pause, in der man sich stärken und den Market Place, sowie den Büchertisch besuchen konnte, wurde von der SchülerInnen-Veranstaltung am Vormittag berichtet.

Anschließend folgte eine Podiumsdiskussion mit allen wichtigen Partnern zum Thema Suchtprävention. Es diskutierten der Drogenkoordinator des Landes OÖ, Thomas Schwarzenbrunner mit dem Leiter der Schulpsychologie für OÖ, Andreas Girzikovsky, der Landesschulärztin Gertrude Jindich und Reinhold Rampler vom Amt der OÖ Landesregierung und den oberösterreichischen Elternvertretern für Pflichtschulen, höhere und mittlere Schulen und Katholische Schulen in Österreich (Kurt Süss, Anne Mautner Markhof  stellvertretend für den verhinderten Wolfgang Pfeil)

Die Modedroge Christal Meth macht Sorgen, weil viele Jugendliche glauben, sie ausprobieren zu müssen um „mithalten“ zu können, die Droge macht aber extrem schnell süchtig. In den Schulen will man sich weiters gegen den Gruppendruck wehren, der auf Kinder ausgeübt wird Alkohol und Nikotin zu konsumieren. Auch der  Umgang mit neuen Medien und Smartphone macht Probleme. Eltern und Lehrer sollten viel intensiver präventiv zusammen arbeiten, auch die Schulärzte und Schulpsychologen wollen sich da einbringen.

Nach einer kurzen Zusammenfassung von Ingrid Wallner  gab es noch einen  gemütlichen Ausklang am Buffet.

Heidi Jütte

 

Fotos: Quelle PEG

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